
Magic: The Gathering ist ein Sammelkartenspiel von Richard Garfield. Es war das erste Spiel dieser Art und erschien im Jahr 1993 bei Wizards of the Coast in Amerika.
Zur Zeit gibt es über 10'000 verschiedene Karten und (nach Herstellerangaben) über sechs Millionen Spieler auf der ganzen Welt. Es sind inzwischen zehn Basiseditionen und zahlreiche alleinstehende Editionen in mehreren Sprachen erschienen. Wizards of the Coast veranstaltet jährlich etwa 60.000 über die ganze Welt verteilte Turniere, die mit Preisgeldern in Höhe von bis zu 5 Millionen US-Dollar dotiert sind.
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In Magic: The Gathering übernehmen zwei oder mehr Spieler die Rollen von sich duellierenden Zauberern. Wie bei Sammelkartenspielen üblich spielt jeder Spieler anfangs mit seinen eigenen Karten, die nicht mit denen des Gegenspielers gemischt werden.
Inhaltlich stellen die Karten Zaubersprüche, Kreaturen, Artefakte (Gegenstände oder Maschinen) und Länder dar. Die Zaubersprüche haben Auswirkungen auf das Spiel, während aus den Ländern die Mana genannte magische Energie bezogen wird.
Jeder Spieler beginnt das Spiel mit 20 Lebenspunkten und einer selbst zusammengestellten Sammlung aus Karten (seinem Deck), aus dem er nach dem Mischen zunächst eine Hand aus sieben Karten zieht und den restlichen Stapel verdeckt als seine Bibliothek vor sich legt. Ziel des Spiels ist es, den Gegner durch geschickten Einsatz seiner Karten auf null Lebenspunkte zu bringen oder seine Bibliothek auf null Karten zu reduzieren. Dabei wird abwechselnd gespielt. Während des Zugs des Gegners kann man nur wenige Aktionen vornehmen und auf Aktionen des Gegners reagieren.
Die wichtigste Ressource im Spiel ist das Mana, das hauptsächlich aus den ausgespielten Ländern bezogen wird und mit dem die Kosten (Manakosten) anderer Aktionen bezahlt werden. Die meisten Zaubersprüche benötigen Mana einer von insgesamt fünf Farben (weiß, blau, schwarz, rot, grün), welches nur von bestimmten Ländern produziert werden kann. Da Spieler außerdem nur ein Land pro Zug ins Spiel bringen können, ist der richtige Einsatz des vorhandenen Manas eine der zentralen Überlegungen während des Spiels.

Neben den Ländern sind die wichtigsten Karten meist Kreaturen, die einerseits den Gegner angreifen und ihm Schaden zufügen können, andererseits aber auch angreifende Kreaturen des Gegners „blocken“ können. In diesem Fall nimmt zwar die blockende Kreatur Schaden, nicht aber der Spieler.
Da die Spieler ihre eigenen Decks nur aus den ihnen zur Verfügung stehenden Karten bauen können, ist die Deckkonstruktion eine der großen Herausforderungen des Spiels. In einem guten Deck müssen die vorhandenen Karten miteinander harmonieren, von ihren Manakosten aufeinander abgestimmt sein und es muss ein passendes Verhältnis von Ländern zu den restlichen Karten gefunden werden. Während Decks für Turniere auf bestmögliche Effizienz ausgerichtet sind, können bei Spielen mit Freunden auch Überlegungen wie das Ausprobieren neuer Varianten oder auch Kostengründe (starke Karten können sehr viel Geld kosten) eine Rolle spielen.
Magic wird in unterschiedlichen Editionen verkauft, die unterschiedliche, meist neue Karten enthalten. Heutzutage wird pro Jahr ein so genannter Block herausgebracht. Ein solcher Block besteht aus drei zusammengehörigen Editionen, wobei die erste Edition (nach der meist der Block benannt ist) deutlich größer als die letzten beiden Editionen ist. Zusätzlich wird alle zwei Jahre ein so genanntes Hauptset veröffentlicht, das ausschließlich Reprints, also bereits in vorherigen Editionen veröffentlichte Karten enthält. Zudem sind die Karten der Hauptsets von den Spieleffekten her eher einfach gehalten, um sie für Anfänger attraktiver zu machen. Es gibt bisher 57 Editionen.

Die wertvollsten Karten in Magic werden unter dem Begriff Power 9 (kurz P9) zusammengefasst. Alle P9-Karten dürfen nur in einem von vier Turnierformaten gespielt werden, und jede auch nur einmal im Deck. Allesamt wurden sie nur in den ersten Editionen Alpha, Beta und Unlimited Edition gedruckt. Damals wurde die Stärke der Karten wohl unterschätzt, weshalb sie auch später nicht mehr gedruckt wurden. Allen voran ist der Black Lotus am wertvollsten. Ein makelloses Exemplar aus der Beta-Edition (Karten aus der Alpha-Edition sind aufgrund ihrer Form unbeliebter, da sie wegen dieser ab und zu nicht auf Turnieren zugelassen werden) kann auf dem Markt mehrere tausend US-Dollar einbringen.
Die komplette Liste der Power 9 ist: Black Lotus, Time Walk, Ancestral Recall, Mox Sapphire, Mox Jet, Mox Ruby, Mox Pearl, Mox Emerald und Timetwister. Manchmal wird die Library of Alexandria als zehnte P-Karte gewertet.
Bei offiziellen Turnieren wird zwischen so genannten Formaten, das heißt unterschiedlichen Arten, die Karten zusammenzustellen, unterschieden. Diese Formate unterteilen sich in die Gruppen Constructed und Limited. Bei Constructed-Turnieren bringen die Spieler ihre eigenen Decks mit, die aus mindestens 60 Karten bestehen müssen und nach bestimmten Regeln gebaut wurden. Bei Limited-Turnieren erhalten die Spieler zufällig Karten aus noch ungeöffneten Boostern und müssen daraus Decks von mindestens 40 Karten bauen. Oft werden die Karten dabei mittels eines so genannten Drafts zugewiesen, bei dem die Spieler untereinander um bestimmte Karten konkurrieren.
Darüber hinaus gibt es von Fans entwickelte und betreute Formate, die mehr oder weniger stark von den offiziellen Formaten abweichen. Zu den bekanntesten Formaten gehören hier die verschiedenen Highlander-Varianten, die Ihren Namen vom gleichnamigen Film haben. So ist allen Highlander-Varianten gemein, dass jede Karte pro Deck nur einmal erlaubt ist (in der Regel mit Ausnahme der Standard-Länder).
Quellen: